Archiv für Januar 2018

Free Lunch Society Film, Event und Grundeinkommenverlosung 1.2.2018 in Frankfurt, Darmstadt, Offenbach, Mainz, Wiesbaden,

FreeLunchS

SAVE THE DATE: 1.2.2018 (Donnerstag) 19-23h – Frankfurt, Darmstadt, Offenbach, Wiesbaden, Mainz

Der Kinostart des Dokumentarfilms Free Lunch Society – Komm Komm Grundeinkommen wird in Form eines ganz besonderen Events gefeiert. Du hast jetzt die Möglichkeit, vorab über www.mein-grundeinkommen.de an einer Grundeinkommensverlosung teilzunehmen und wirst direkt nach der Veranstaltung erfahren, ob Du selbst im kommenden Jahr das Experiment Grundeinkommen testen kannst.

Daneben erwarten wir spannende Podiumsgäste, mit denen ausgiebig über die im Film vorgestellten Ideen diskutiert werden kann.


Der Film

Was würdest Du tun, wenn für Deinen Lebensunterhalt gesorgt wäre? Das Bedingungslose Grundeinkommen galt vor wenigen Jahren noch als Hirngespinst. Heute ist diese Utopie denkbarer denn je – intensiv diskutiert in allen politischen und wissenschaftlichen Lagern. FREE LUNCH SOCIETY vermittelt Hintergrundwissen zu dieser Idee und sucht nach Erklärungen, Möglichkeiten und Erfahrungen zu ihrer Umsetzung.

Der Film nimmt uns mit auf eine große Reise, und zeigt uns, was das selbstfahrende Auto mit den Ideen eines deutschen Milliardärs und einer Schweizer Volksinitiative zu tun hat. FREE LUNCH SOCIETY, als weltweit erster Kinofilm über das Grundeinkommen, widmet sich einer der entscheidendsten Fragen unserer Zeit.

Wo läuft der Film im Rhein-Main-Gebiet?

FRANKFURT – Orfeus Erben, Hamburger Allee, 60487 Frankfurt am Main. Einlass um 19h15, Filmbeginn um 20h. Auf dem Podium: Rainer Voss, ehemaliger Investmentbanker und Protagonist des Dokumentarfilms »Master of the Universe«, Georg Schürmann, Geschäftsführer Triodos Bank Deutschland, Christine Braun, Communitymanagerin Social Impact Lab Frankfurt, Moderation: Nils Bremer, Chefredakteur Journal Frankfurt

OFFENBACH – Hafen 2, Kulturzentrum und interdisziplinäre Plattform, Nordring 129, 63067 Offenbach, Einlass um 19h, Filmbeginn um 20h. Auf dem Podium: Reinhard Sczech, ehemals Manager bei IBM und IT-Berater, Gründer der Sczech-Stiftung, Vorstand TrustChain eG, Elfriede Harth, Mitgründerin und Vertreterin von Care Revolution Netzwerk Rhein-Main, Michael Rebmann, Journalist und Sprecher der Triodos Bank Deutschland, Moderation: Clemens Dörrenberg, Frankfurter Rundschau

MAINZ – Cine Mayence, Schillerstrasse 11 • 55116 Mainz, Einlass 19h, Filmbeginn 20h. Auf dem Podium: Daniel Köbler, sozialpolitischer Sprecher der Grünen im Landtag, Nic Schmitt, Mit-Gründerin und Leiterin des Performance Art Depot Theater, Florian Koss, Leiter Marketing Triodos Bank, Moderation: Carina Schmidt, Allgemeine Zeitung Mainz

WIESBADEN –Murnau Kino , Einlass 19h30, Filmbeginn: 20h15. Auf dem Podium: Matthias Schenk, Gründer Schloss Freudenberg, Wiesbaden, Philipp Jacks, Geschäftsführer der DGB-Region Frankfurt-Rhein-Main, Wolfgang Raul, Attac Wiesbaden – AG »Genug für alle«, Moderation: Dirk Vielmeyer, Moderator und Zukunftsaktivist

DARMSTADT – Rex Kino, Grafenstr. 18-20, 64283 Darmstadt. Filmgespräch im Anschluss mit Christian Meier, Physiker und Journalist

+info: http://www.freelunchsociety.net/
https://www.mein-grundeinkommen.de/free-lunch-society
https://www.facebook.com/events/1245951545536646/

Partner
Triodos Bank Deutschland
OVALmedia
Mein Grundeinkommen
Reflecta Rethink Your World Filmfestival
www.samsonido.com

Finnlands neoliberales Schmalhans-BGE

Das finnische Experiment mit etwas, das in der Debatte oft „Grundeinkommen“ genannt wird, gibt Gegnern des bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) eine für sie nützliche Erzählung in die Hand.
Sie geht so: Weil ein „auskömmliches BGE für alle“ nicht zu finanzieren sei, gibt es eben nur 560 Euro und ist somit nur ein Mittel, um für die Unternehmen Arbeit noch billiger zu machen. Nachzulesen diesmal bei der taz.
Der Haken an der Erzählung: Ein auskömmliches BGE ist sehr wohl finanzierbar. Zwei Klicks Recherche im Netz führen einen zu X Rechenmodellen, die dies belegen. Woher Ulrike Herrmann indessen die Gewissheit nimmt, das Geld reiche nicht, teilt sie dem Leser nicht mit.
In der öffentlichen Darstellung muss es uns Befürwortern eines BGE nun darum gehen, dass zur Definition des BGE die Sicherung von Existenz und Teilhabe gehört (siehe z.B. hier). Wir müssen uns von neoliberalen Varianten, wie etwa das „Bürgergeld“ der FDP scharf abgrenzen. Die finnische Variante kann man euphemistisch als „Aktivierungsprämie“ bezeichnen. Man könnte es auch Schmalhans-Basisgeld oder so nennen. Hauptsache man nennt es nicht „Grundeinkommen“.
Die rechte finnische Regierung spielt offenbar ein zynisches Spiel mit Arbeitslosen. Es hat dem so genannten Grundeinkommen nun Hartz IV-ähnliche Gesetze zur Seite gestellt. Arbeitslosen werden die Leistungen für das jeweils nächste Vierteljahr um knapp fünf Prozent gekürzt, wenn sie innerhalb der Dreimonatsperiode nicht eine Beschäftigung von mindestens 18 Stunden nachweisen können (oder ein gewisses selbständiges Einkommen oder eine Weiterbildungsmaßnahme). Offenbar will die Regierung herausfinden, welche der Varianten – „Grundeinkommen“ oder Sanktionen – die Leute eher zur Jobsuche animiert.
Fazit: Wir sollten in der öffentlichen Debatte die Finanzierbarkeit eines wahren BGE klarer belegen. Das lapidare „Man muss es nur wollen“, reicht nicht.

Christian Meier