Traum und Wirklichkeit

Am 09.02.2019 erschien in der „WELT“ ein Artikel von Tobias Kaiser zur BGE Experiment in Finnland. Während ich diesen Artikel las, ertappte ich mich dabei, wieder die falschen Formulierungen und Behauptungen korrigieren zu wollen. Sofort hörte ich auf weiter zu lesen und widmete mich stattdessen den Kommentaren. Meistens waren die Leser der Meinung, dass das BGE nichts anderes als ein „Schmarotzertum“ herbeiruft. Eine sogenannte „Neiddebatte“ entbrannte.  

Da stellte ich mir selber die Frage: Wie kann man produktiv in solchen Situationen diskutieren? Nach meiner persönlichen Erfahrung ist es zwecklos sowohl falsche Behauptungen richtig zu stellen, als auch zu versuchen die Menschen davon zu überzeugen, man wolle sie nicht berauben.

Ah, wäre ich bloß in der komfortablen Situation, dass das BGE bereits seit Jahrtausenden existieren würde und jemand sollte mir die Vorzüge des zurzeit existierenden Systems gegenüber einem BGE schmackhaft zu machen: „Es ist ja gar nicht so viel 20 und mehr seitige Anträge auszufüllen, außerdem sind die Fragen so einfach formuliert!“, „Na und man müsste für die Verwaltung viel mehr ausgeben, diese Ressourcen sind wichtiger als Kindergärten, Parks oder Wohnungen!“ , „Die Menschen sollen das tun was man ihnen sagt und nicht was ihnen Spaß macht!“, „Alle sollen leben dort, wo die Arbeitsplätze sind und nicht umgekehrt!“, „Wer kein Geld hat, hat auch keine Rechte.“, „In einer Familie sollte einer immer weniger Wert sein als der andere, und besonders die Kinder. Die sind immer viel weniger wert.“, „Die Menschen sollen sich viel weniger um die anderen kümmern, sondern viel mehr sich um ihre Zukunft Sorgen machen!“, „Sich um alte Menschen zu kümmern soll ein Geschäft werden und keine moralische Verpflichtung.“, „Gesellschaft kann so viel Geld am Cafébesuchen, Theater und Teilnahme am politischem Leben sparen. Die meisten interessieren sich sowieso nicht dafür.“ „Höhere Bildung sollte viel mehr kosten, damit es sich nicht jeder leisten kann!“

Ich kann mir gut vorstellen, dass man die Anhänger dieser Thesen als „Wahnsinnige“ oder „gefährliche Träumer“ bezeichnen würde.
Leider bin ich nicht in dieser „Traumwelt“. Für mich sind dies keine Thesen sondern Realität. Bin ich etwa wahnsinnig?

Slava Leibmann


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