CARE-REVOLUTIONIEREN MIT GRUNDEINKOMMEN?
Eine Diskussion mit internationalen Gästen

Ob als Kleinkind auf die liebevolle Zuwendung von Erwachsenen angewiesen, um uns als Mensch zu entfalten, im Fall von Krankheit und Behinderung sowie im Alter auf gute Pflege, wir sind alle bedürftig und voneinander abhängiger als uns meistens bewußt ist.

Unser Wohlbefinden hängt ab von den Bedingungen, unter denen die notwendige Sorgearbeit erledigt werden kann, die diese Bedürfnisse erfüllt.

Was müsste sich verändern, damit genügend Zeit und Raum für gute Sorgearbeit von und für alle Menschen vorhanden ist? Wie kann eine geschlechtergerechte Verteilung der Sorgearbeit befördert werden? Wie würde sich gute Sorgearbeit auf unsere Gesellschaft auswirken?

Was würde ein existenzsicherndes Grundeinkommen in unserem Leben als Sorgetragende und als Sorgeempfangende verändern?

Brauchen wir eine sorgezentrierte Gesellschaft und Ökonomie? Was ist das und wie kann ein Grundeinkommen diese befördern? Welche Kritiken gibt es aus feministischer Sicht am Grundeinkommen, wie sind die Gegenpositionen zu diesen Kritiken?

Wir haben einen Abend mit Expert_innen auf den Gebieten Care und Grundeinkommen aus Österreich, der Schweiz und Deutschland veranstaltet.

WANN:

21.10.2017 (Samstag) 19.00 – 21.00

WO:

Haus der Jugend, Deutschherrenufer 12, 60594 Frankfurt am Main

Eine Video-Dokumentation
wurde erstellt.

Veranstaltende:
 
Netzwerk Care Revolution Rhein-Main
Netzwerk Grundeinkommen
Initiativgruppe BGE Frankfurt Rhein-Main
Attac Deutschland, AG Genug für alle
 
REFERIERENDE:


 
Margit Appel, geb. 1958, Mag.a, Studium der Politikwissenschaft, Soziologie und Frauenforschung. Seit 1998 wissenschaftliche Mitarbeiterin der ksoe – Katholische Sozialakademie Österreichs, derzeit im Leitungsteam. Schwerpunktthemen: Verteilungsfragen, Demokratie und soziale Ungleichheit, Feministische Ökonomie, Zukunft von Arbeit und sozialer Sicherheit. Leiterin von Lehrgängen politischer Erwachsenenbildung zu den Themen »Soziale Verantwortung. Gestaltungskompetenz für den gesellschaftlichen Wandel« und »Geld und Leben. Wirtschaftskompetenz entwickeln«.Vertretung der ksoe in der österreichischen Armutskonferenz und speziell in derArbeitsgruppe Frauen und Armut. Gründungsmitglied von Netzwerk Grundeinkommen und sozialer Zusammenhalt – BIEN Austria und Runder Tisch Grundeinkommen.

Sylvia Honsberg, geb. 1954, Soziologin und Bundesfrauensekretärin der IG BAU. Wohnt in Frankfurt und im Schwarzwald. Arbeitsschwerpunkt: Gewerkschaftliche Frauenpolitik auf nationaler und internationaler Ebene. Mitglied bei attac und Greenpeace. Autorin des Buches „Frauenlos“, Geschlechterverhältnisse in den Gewerkschaften


 
Dr. Ina Praetorius , geb. 1956 in Karlsruhe, seit 1988 deutsch-schweizerische Doppelbürgerin, ist Germanistin und evangelische Theologin. Sie wohnt seit vielen Jahren im Toggenburg und arbeitet als freie Autorin und Referentin. Sie war Mitfrau im Initiativkomitee der »Eidgenössischen Volksinitiative für ein bedingungsloses Grundeinkommen«, über die das Schweizer Stimmvolk am 5. Juni 2016 abgestimmt hat. Alles Weitere unter: www.inapraetorius.ch.

Werner Rätz, geb. 1952, Studium Politische Wissenschaft, Philosophie, Geschichte; engagiert bei der Informationsstelle Lateinamerika in Bonn und für diese im Koordinierungskreis von Attac Deutschland. Mitgründer von Attac Deutschland. Thematische Schwerpunkte sind soziale Fragen: Kampagne gegen die Riesterrente, Gesundheit ist keine Ware, AG Genug für alle, AG soziale Sicherungssysteme, AG Jenseits des Wachstums, G8-und Blockupy-Mobilisierung. Mitglied im Netzwerk Grundeinkommen. www.werner-raetz.de.
 

Dr. Antje Schrupp, geb. 1964, Politikwissenschaftlerin und Journalistin, lebt in Frankfurt am Main. Sie forscht und publiziert vorallem zur politischen Ideengeschichte von Frauen und ist in verschiedenen feministischen und postpatriarchalen Netzwerken aktiv, unter anderem beim Internetforum www.bzwweiterdenken.de und im Netzwerk Care Revolution. Auf ihrem Blog »Aus Liebe zur Freiheit« kommentiert sie aktuelle politische und feministische Themen. www.antjeschrupp.com.

 
MODERATION:

Ronald Blaschke, geb. 1959, Diplom-Philosoph, Diplom-Pädagoge, engagiert in der Grundeinkommensbewegung seit 2004. Mitgründer des NetzwerksGrundeinkommen (www.grundeinkommen.de), der Bundesarbeitsgemeinschaft Grundeinkommen in und bei der Partei DIE LINKE (www.die-linkegrundeinkommen.de) und des Netzwerks Unconditional Basic Income Europe (www.basicincome-europe.org/ubie). Mitherausgeber mehrerer Bücher zum Grundeinkommen, publiziert u.a. zu den Themen Armut, Grundeinkommen, Postwachstumsgesellschaft. www.ronald-blaschke.de.

Elfriede Harth geb.1949, Studium der Soziologie und Politik, Aktivistin, lebt in Frankfurt am Main, Mitbegründerin des Netzwerks Care Revolution Rhein-Main und der Initiativgruppe Bedingungsloses Grundeinkommen Frankfurt Rhein-Main.
 
PROGRAMM:
 
19:00 Uhr: Begrüßung und kurzes Statement vom Netzwerks Care Revolution Rhein-Main und vom Netzwerk Grundeinkommen
 
19.15 bis 20.15 Uhr: zehnminütige Inputs der Referierenden
 
20:15 bis 21:00 Uhr: zwei Runden World Café mit den Referierenden – mit Dokumentation
 
21.15 bis 23:00 Uhr: offenes Büffet, damit die Gespräche weitergeführt werden können

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PUBLIKATIONEN ZUM THEMA

Blaschke, Ronald / Praetorius, Ina / Schrupp, Antje (Hg.) (2016): Das Bedingungslose Grundeinkommen. Feministische und postpatriarchale Perspektiven, Sulzbach am Taunus: Ulrike Helmer Verlag.

Winker, Gabriele (2015): Care-Revolution. Schritte in eine solidarische Gesellschaft, Bielefeld: transcript Verlag.

Blaschke, Ronald (2014): Grundeinkommen und Carearbeit, in: Arbeit am Leben – Care-Bewegung und Care-Politiken. Widersprüche. Zeitschrift für sozialistische Politik im Bildungs-, Gesundheits- und Sozialbereich, Nr. 134, S. 113-127. (darin viele weitere Angaben zu Literatur und Texten zum Thema Grundeinkommen aus feministischer Perspektive)

Beiträge von Antje Schrupp („Erkennen, was notwendig ist“), Margit Appel, Luise Gubitzer, Lieselotte Wohlgenannt („Primär mehr – an Geschlechtergerechtigkeit, Freiheit und Ressourcenschonung“)
in: Blaschke, Ronald / Rätz, Werner (Hg.) (2013): Teil der Lösung. Plädoyer für ein bedingungsloses Grundeinkommen, Zürich: Rotpunktverlag